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EXIF- und GPS-Daten in Fotos: Was deine Bilder über dich verraten

Ein Foto besteht nicht nur aus Pixeln. Die Kamera legt in jeder Datei eine Art Beipackzettel ab: welches Gerät das Bild aufgenommen hat, wann, mit welchen Einstellungen und, wenn die Standortfreigabe aktiv war, auch wo. Diese Zusatzangaben heißen Metadaten, das gängige Format dafür ist EXIF.

Meistens ist das harmlos und manchmal praktisch. Es gibt aber Situationen, in denen du die Angaben lieber für dich behältst, etwa bei Fotos von deinem Zuhause oder von Kindern. Dieser Ratgeber zeigt, was in einer Fotodatei steckt, wie du es ausliest, wann Vorsicht sinnvoll ist und wie du die Daten entfernst, ohne dass ein Foto deinen Rechner verlässt.

Was in einer Fotodatei außer den Pixeln steckt

Beim Auslösen schreibt die Kamera oder das Smartphone einen kleinen Datenblock in die Bilddatei. Im Bild siehst du davon nichts, aber die Angaben wandern mit jeder Kopie der Datei mit, bis jemand sie bewusst entfernt. Typischerweise findest du dort:

  • Gerät: Hersteller und Modell, oft auch die Software-Version oder das Programm, mit dem das Bild zuletzt bearbeitet wurde.
  • Zeit: Aufnahmedatum mit Uhrzeit und, falls die Datei später verändert wurde, ein Änderungsdatum.
  • Technik: Belichtungszeit, Blende, ISO-Wert, Brennweite und die Angabe, ob der Blitz ausgelöst hat.
  • Standort: Breiten- und Längengrad der Aufnahme, bei manchen Geräten auch Höhe und Blickrichtung.
  • Sonstiges: ein eingebettetes Miniaturbild, bei manchen Kameras die Seriennummer und je nach Programm Urheberangaben.

Wie genau ein Standort-Tag ist

Nicht jedes Foto enthält einen Standort: Er fehlt, sobald die Kamera ihn nicht speichern durfte, und Screenshots haben meist deutlich weniger Metadaten als Kameraaufnahmen. Wenn er drinsteckt, ist er aber präzise. Die Koordinaten stammen vom GPS-Empfänger des Geräts, bei Smartphones zusätzlich aus WLAN- und Mobilfunkdaten, und liegen im Freien typischerweise nur wenige Meter neben der Wahrheit.

Der Metadaten-Explorer zeigt die Position mit fünf Nachkommastellen, zum Beispiel 52.51630, 13.37770 (ungefähr das Brandenburger Tor in Berlin). Fünf Nachkommastellen entsprechen in Nord-Süd-Richtung rund einem Meter. Bei einem Foto aus deinem Wohnzimmer führt die Eingabe in eine Karten-App also an deine Adresse, und die Aufnahmeuhrzeit verrät, wann du dort warst.

Metadaten selbst auslesen

Du brauchst keine Spezialsoftware, um nachzusehen. Der Metadaten-Explorer liest die Datei direkt im Browser aus, das Foto wird nicht hochgeladen. Auch das Betriebssystem zeigt Metadaten an, etwa die Dateieigenschaften unter Windows (Reiter „Details“) oder die Vorschau-App auf dem Mac. Die Tabelle unter den Schritten vergleicht die drei Metadaten-Werkzeuge von bild-tools.de.

  1. Wähle im Metadaten-Explorer ein JPG-Foto aus. Andere Formate nimmt er nicht an.
  2. Unter „Gefundene Daten“ erscheint, was er findet: Kamerahersteller, Kameramodell, Software, Änderungsdatum, Aufnahmedatum und, falls vorhanden, die GPS-Position. Das ist eine Auswahl, die Datei kann mehr enthalten.
  3. Steckt ein Standort drin, kommt ein Warnhinweis dazu. Die Koordinaten kopierst du in eine Karten-App, um zu sehen, wohin sie zeigen.
WerkzeugFormateZeigt vorabEntfernt am Ende
Metadaten-ExplorerJPGListe der gefundenen Felder, Warnhinweis bei Standortalle Metadaten
EXIF-Daten entfernenJPG, PNG, WebPAnzahl der gefundenen Felder, Vermerk bei GPS-Standortalle Metadaten
GPS-Daten entfernenJPG, PNG, WebPHinweis, ob ein GPS-Standort gefunden wurdealle Metadaten

Wann Metadaten zum Problem werden können

In den allermeisten Fällen passiert nichts, wenn ein Foto mit Standort im Netz landet. Trotzdem lohnt sich ein Blick, denn was einmal veröffentlicht und kopiert wurde, holst du nicht zurück, und das Entfernen dauert Sekunden. Besonders sinnvoll ist es hier:

  • Verkaufsfotos: Das Bild vom Sofa in deiner Kleinanzeige entstand an deiner Wohnadresse. Mehr dazu im Ratgeber Kleinanzeigen und Produktfotos.
  • Fotos von Kindern oder vom Zuhause: Standort und Uhrzeit zeigen zusammen, wo sich jemand regelmäßig aufhält. Kein Grund zur Panik, aber ein guter Grund, solche Bilder ohne Metadaten weiterzugeben.
  • Soziale Netzwerke, Foren, Blogs: Wo andere die Originaldatei herunterladen können, kommen sie auch an die Metadaten.
  • Dateien an Fremde: Bewerbungen, Handwerker-Anfragen oder Schadensmeldungen gehen oft als unveränderter Anhang raus.

Metadaten sind nur ein Teil der Geschichte. Straßenschilder, Hausnummern, Kennzeichen oder eine markante Aussicht verraten den Ort genauso. Solche Details schneidest du mit Bild zuschneiden weg oder machst sie unkenntlich, wie im Ratgeber Screenshots richtig anonymisieren beschrieben.

Räumen Plattformen nicht ohnehin auf?

Teilweise ja. Manche Dienste entfernen beim Hochladen Standortdaten oder liefern anderen Nutzern nur eine bereinigte Version des Bildes aus. Das ist von Plattform zu Plattform verschieden, wird nicht immer dokumentiert und kann sich ändern. Pauschal darauf verlassen solltest du dich nicht.

Dazu kommt: Der Dienst selbst bekommt zuerst deine Originaldatei. Und wo eine Datei unverändert weitergereicht wird, bleiben alle Angaben erhalten, etwa bei E-Mail-Anhängen, Cloud-Freigaben, Fotos, die du als Dokument per Messenger sendest, oder Bildern auf deiner eigenen Website. Tipps für den Mail-Versand findest du im Ratgeber Bilder per E-Mail verschicken.

Prüfe es selbst: Lade ein eigenes Foto hoch, speichere es wieder ab und öffne es, sofern es als JPG vorliegt, im Metadaten-Explorer. Steht dort „Keine auslesbaren Metadaten gefunden“, hat die Plattform auf diesem Weg und zum jetzigen Zeitpunkt aufgeräumt.

Standort-Tagging am Gerät abschalten

Am zuverlässigsten ist es, wenn die Kamera den Standort gar nicht erst speichert. Die Menüs unterscheiden sich je nach Version und Hersteller. Der Preis: Du kannst deine Fotos später nicht mehr nach Aufnahmeorten sortieren. Wer das nutzt, lässt die Ortung an und entfernt den Standort vor dem Weitergeben.

  • iPhone: Öffne „Einstellungen“, dann „Datenschutz & Sicherheit“ und „Ortungsdienste“, wähle die App „Kamera“ und stelle den Zugriff auf „Nie“.
  • Android: In den Einstellungen der Kamera-App die Option für Standort-Tags oder „Standort speichern“ ausschalten. Die Bezeichnung hängt vom Hersteller ab.
  • Einzelnes Foto vom iPhone teilen: Im Teilen-Menü gibt es je nach iOS-Version über „Optionen“ einen Schalter, der den Standort nur für diesen Versand weglässt.
  • Systemkameras: Sie speichern Koordinaten meist nur mit gekoppeltem GPS-Modul oder Smartphone-App.

Schritt für Schritt: Metadaten entfernen

Für ein einzelnes Foto brauchst du eine Minute. Bei EXIF-Daten entfernen und GPS-Daten entfernen ist der Ablauf identisch, im Explorer heißt der Button „Private Daten entfernen“.

  1. Wähle ein Foto als JPG, PNG oder WebP aus. Liegt es als HEIC vor, wandelst du es vorher um, siehe iPhone-Fotos umwandeln.
  2. Das Werkzeug zeigt Dateiname, Größe und Format sowie, wie viele Metadaten-Felder es gefunden hat, beim EXIF-Werkzeug mit dem Vermerk „inkl. GPS-Standort“, beim GPS-Werkzeug als Hinweis zum Standort.
  3. Klicke auf „EXIF-Daten entfernen“ beziehungsweise „GPS-Daten entfernen“.
  4. Speichere die neue Datei mit „Bereinigtes Bild herunterladen“.
  5. Kontrolliere das Ergebnis: Im Metadaten-Explorer sollte für die heruntergeladene Datei „Keine auslesbaren Metadaten gefunden.“ stehen.

Was dabei technisch passiert und was das für dich bedeutet

Die Werkzeuge löschen keine einzelnen Felder. Sie zeichnen das Foto im Browser auf eine Zeichenfläche und speichern es als neue Datei im selben Format, bei JPG und WebP mit 95 % Qualität. Eine so erzeugte Datei enthält von Haus aus keine Metadaten. Das ist zuverlässig, hat aber Folgen:

  • Es verschwindet alles. Auch das GPS-Werkzeug entfernt sämtliche Metadaten, also Kamera, Datum, Software und Urheberangaben. Einen Modus „nur GPS löschen“ gibt es nicht. Soll ein Urheberhinweis erhalten bleiben, setze ihn sichtbar ins Bild, siehe Wasserzeichen richtig einsetzen.
  • Minimale Qualitätsänderung. JPG und WebP werden neu kodiert. Bei 95 % siehst du das normalerweise nicht, die Dateigröße kann aber etwas höher oder niedriger ausfallen. PNG bleibt verlustfrei.
  • Angezeigt wird nur JPG. Das Auslesen klappt nur bei JPG. Bei PNG und WebP meldet das Werkzeug, es habe nichts gefunden, entfernt wird beim Neukodieren trotzdem alles. Verlass dich auf das Entfernen, nicht auf die Anzeige.

Behalte das Original und gib nur die bereinigte Kopie weiter. Der Download trägt denselben Dateinamen wie das Original, speichere ihn deshalb in einen eigenen Ordner, damit du beide nicht verwechselst.

Häufige Fragen

Entfernen Messenger und soziale Netzwerke die Standortdaten von allein?

Manche tun es, andere nicht, und wann und wie sie es tun, kann sich ändern. Oft betrifft es außerdem nur die Version, die andere Nutzer sehen. Wenn du sichergehen willst, entfernst du die Daten vorher selbst, zum Beispiel mit GPS-Daten entfernen.

Kann ich nur den Standort löschen und das Aufnahmedatum behalten?

Mit den Werkzeugen auf bild-tools.de nicht, denn beim Neukodieren fallen alle Metadaten gleichzeitig weg. Für das gezielte Löschen einzelner Felder brauchst du ein Programm, das die Datei direkt bearbeitet, etwa ein Fotoverwaltungsprogramm.

Verraten Screenshots auch etwas über mich?

Meist weniger als Kamerafotos, weil Geräte dort deutlich weniger Metadaten ablegen. Die Hinweise stecken eher im Bildinhalt, etwa in Namen, Tabs und Adressleisten, und im Dateinamen. Wie du das sauber löst, steht im Ratgeber Screenshots richtig anonymisieren.